Der Müller und der Bach

Der Bariton Gerardo Garciacano singt am Sonntag, 26. April 2015, um 11.15 Uhr Franz Schuberts DIE SCHÖNE MÜLLERIN. Die Vertonung von Wilhelm Müllers Gedichtsammlung gilt als eines der berühmtesten Kunstlied-Zyklen. Nach den erfolgreichen Solo-Liedmatineen von Morgan Moody, Ileana Mateescu sowie Keiko Matsumoto und Natascha Valentin ist DIE SCHÖNE MÜLLERIN die letzte Liedmatinee in dieser Spielzeit. Die Liedmatineen im Foyer der Oper Dortmund haben sich damit als festen Bestandteil des Spielplans etabliert.

Eine Oper – La Molinara von Giovanni Paisiello – und ein Gesellschaftsspiel mit Freunden waren die Inspirationen für Wilhelm Müllers populäre Gedichtsammlung aus dem Jahr 1821. Die Handlung spiegelt die Naturbegeisterung und den Gefühlskult der Romantik: Ein Müllersbursch geht auf die Walz, heuert bei einem Meister an und verliebt sich  in dessen Tochter. Doch das Gemüt des jungen Mannes ist für das junge Mädchen allzu sensibel, verträumt und melancholisch. Sie verliebt sich in den zupackenden Jäger und stürzt den Müller in tiefste Verzweiflung; er sieht keinen anderen Ausweg als den Selbstmord in dem Bach, der ihn zur Mühle geführt und dessen Rauschen und Singen ihn durch seine ganze Zeit dort begleitet hat. Der Romantiker Franz Schubert findet Klänge für verschiedenste Gefühlszustände, von jugendlichem Enthusiasmus zu schwärzester Verzweiflung.
Gerardo Garciacano, seit 2011 festes Ensemblemitglied der Oper Dortmund, ist auf der Opernbühne zurzeit in der Titelrolle von Mozarts DON GIOVANNI zu sehen. Neben der Oper gehört sein musikalisches Herz dem Liedgesang, den er in den letzten Jahren in verschiedenen Genres gepflegt hat, so auf seiner CD „Melodías de (in)dependencia“ mit Liedern aus seiner Heimat Mexiko und aus Argentinien.

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