Leb’ deine Träume!

Mit der Unterstützung von Profis brachten die „Tortugas – der Opernclub der Jungen Oper“ am Samstag ihr Stück „Die Tortugas in ausDRUCK“ mit großem Erfolg heraus. Spielen, Singen, Tanzen – all das haben sie mit Bravour und viel Elan gemeistert. Ein Highlight für alle in den Proben waren die Coaching-Workshops mit der Frontfrau von „Luxuslärm“, Janine Meyer. Für den Opernblog stellte sie sich den Fragen von Heike Buderus.

Im Opernclub gibt es Jungen und Mädchen, die das nicht nur als Hobby machen, sondern auch für sich im Gesang eine berufliche Perspektive sehen. Wie hat es bei Dir begonnen?
In manchen Bereichen ganz ähnlich wie bei den jungen Leuten hier. Ich stamme aus einer sehr musikalischen Familie und Musik machen und Singen war immer ein Thema. Ich hatte bereits mit 7 Jahren Klavierunterricht, habe mit 14 im Schulchor gesungen und dabei entdeckt, dass die Stimme „mein Instrument“ ist. Mit 18 Jahren habe ich dann das erste Mal mit der Musik Geld verdient, nicht wirklich viel, 30 DM für einen Auftritt mit der Band. Aber ich war trotzdem überrascht und stolz, dass es überhaupt geht.
Meine Eltern haben natürlich darauf bestanden, dass ich nach dem Abitur einen „Brotberuf“ erlerne und deshalb habe ich zunächst begonnen Englisch und Sport fürs Lehramt zu studieren. Aber dann kam der schwere Augenblick, in dem ich meinen Eltern gestehen musste, das ist nicht mein Weg. Ich werde Sängerin. Ich konnte sie überzeugen, und sie haben es akzeptiert, und ich konnte in Enschede an der Academy of Pop Music Rock- und Popgesang studieren.

Seit 2006 bist Du die Stimme der Band „Luxuslärm“. Wie geht das mit der Arbeit mit Kindern- und Jugendlichen zusammen?
Gut. Das hat sich parallel entwickelt. Wir haben zeitgleich in Iserlohn/Letmathe die „Rock & Pop Fabrik“ gegründet. Dort habe ich von Anfang an Gesang unterrichtet. Inzwischen haben wir über 500 Schüler und 35 Dozenten. Wir sind gerade dabei eine Zweigstelle im Ortsteil Hennen aufzubauen. Aus der Musikschule heraus machen wir auch Schulprojekte und begleiten teilweise junge Leute bis zum Studium. Mit einem guten Zeitmanagement – das ist aber auch wirklich wichtig – ist es möglich, beide Dinge gleichzeitig zu tun.

Woran erkennt man ein Talent?
Wir starten in der Musikschule immer mit einer Schnupperstunde. Und dann arbeite ich mit den jungen Leuten und höre, ob ich da eine schöne Naturstimme vor mir habe oder eine gute, ausbaufähige Stimme oder sogar schon eine Stimme mit einem eigenen Stil. In der ganzen Zeit habe ich nur zwei, drei Leute getroffen, denen ich sagen musste, die Stimme ist nicht dein Instrument. Wenn du gerne Musik machst, versuch es mit Gitarre oder mit Schlagzeug… Schließlich investieren die Schüler ja auch einiges an Geld.

Als Band und auf der Bühne rockt man die Leute – was sind die schönen Seiten des Unterrichtens?
Am schönsten ist, wenn die Schüler nach den ersten Unterrichtsstunden Vertrauen zu mir fassen. Wenn ich merke, wie Selbstbewusstsein für das eigene Können entsteht, auch wenn sie selbst oft über das eigene Vermögen erstaunt sind. Ich habe eine Schülerin, die kam mit 10 Jahren zu mir. Sie hat inzwischen Gesang studiert und nimmt immer noch von Zeit zu Zeit Unterricht bei mir. Das sind lebenslange „Begleitungen“…

Janine Meyer, vielen Dank für das Interview.

 

Und dann gab es noch die Reaktionen zum Coaching der „Tortugas“

„Jini ist klasse! Es war von Anfang an, als sei sie eine von uns, und dabei weiß sie soviel und hat es an uns weitergegeben. Es war toll!“

„Ich weiß jetzt, wie man ‚mit Nase’ singt und wie ich mit der Stimme durch die ganze Junge Oper komme. Curbing ist toll…“

„Sie hat mir die Angst davor genommen, falsch zu singen. Das ist ja schon etwas peinlich, wenn da plötzlich ein Ton kommt, den man gar nicht wollte. Aber dann hat sie mal mit mir zusammen gesungen und ich wurde immer sicherer. Wenn jetzt ein schiefer Ton kommt, ist das immer noch nicht schön, aber ich höre nicht einfach auf, sondern singe weiter, solange bis es sitzt.“

Weitere Infos über Jini Meyer und ihre Band “Luxuslärm unter: www.luxuslärm.de

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