Leben retten und Leiden lindern – die Arbeit des Vereins DSÄ in Syrien

Die Aufführung von „Hänsel und Gretel“ am 27.12. ist eine Benefizvorstellung. Ein Teil der Einnahmen wird dem Verein „Deutsch-Syrische Ärzte für humanitäre Hilfe e.V.“, kurz DSÄ, gespendet. Im Opernhausblog stellt Susann El Kassar die Arbeit des Vereins vor.

Im Kriegsgebiet Syrien sind medizinische Ressourcen knapp. So etwas Entscheidendes wie Rettungswagen zum Beispiel fehlen. Als der Verein DSÄ erfuhr, dass in Castrop-Rauxel die Leasing-Verträge zweier Rettungswagen der Stadt auslaufen, hat er sie Anfang November gekauft. Sie sind jetzt – versehen mit einem EKG-Gerät, einem Defibrillator und einem Beatmungsgerät– auf dem Weg nach Aleppo und Idlib. Dort sollen sie dafür sorgen, dass Verletzte noch auf dem Weg ins Krankenhaus versorgt werden. Das ist wichtig, wenn Menschen Opfer von Bomben geworden sind, dann zählt jede Minute, um Leben zu retten. Unter Fassbomben leiden vor allem die Teile des Landes, die nicht mehr von Machthaber Baschar Al-Assad kontrolliert werden.

Rettungswagen

Die zwei Rettungswagen der Stadt Castrop-Rauxel

Die medizinische Situation in Aleppo ist im Allgemeinen schlecht, so wie in vielen Teilen des Landes, die nicht mehr von Assad kontrolliert werden. In Aleppo gibt es derzeit nur noch 30 Ärzte für 300.000 Bewohner.
Der Verein „Deutsch-Syrische Ärzte für humanitäre Hilfe e.V.“ wurde im August 2013 von deutschen Ärzten syrischer Abstammung gegründet. Zwei Jahre nachdem der sogenannte Arabische Frühling in Syrien begonnen hatte, denn erst allmählich entwickelte sich der Konflikt zu einem Bürgerkrieg mit vielen Toten und Verletzten.
Der Verein DSÄ koordiniert seine Arbeit und Hilfe zusammen mit der Organisation UOSSM international (Union of Medical Care and Relief Organization). Insgesamt zehn Hilfsorganisationen aus Kanada, den USA, Großbritannien, der Schweiz, Frankreich und Deutschland haben sich zu UOSSM zusammengeschlossen. Die Hilfsorganisationen sind alle wie DSÄ von Ärzten mit syrischer Abstammung gegründet worden. Sie versuchen ihre Arbeit durch Koordination und Netzwerkbildung so effektiv wie möglich zu gestalten.

DSÄ unterstützt Notkrankenhäuser in Aleppo, in Daraa und in Idlib mit Geld und medizinischen Geräten. Anfang Oktober 2015 haben EKGs, Defibrillatoren, Narkose- und Beatmungsgeräte Syrien erreicht; die Lungenfachklinik in Hemer hatte die noch funktionstüchtigen Geräte aussortiert und dem Verein gespendet. Im September 2015 hat der Verein aber auch 7,5 Tonnen Babynahrung nach Aleppo geschickt.

zerbombtes Krankenhaus

Ein zerstörtes Krankenhaus. In roter Schrift steht „Krankenaus Ajaj in Daraa“, in oranger Schrift „Waffen tragen verboten“.

Viele Krankenhäuser sind zerstört, die Ärzte und Krankenschwestern arbeiten unter katastrophalen Bedingungen. Weil es zu wenig medizinisches Fachpersonal gibt, unterstützt DSÄ auch eine Krankenpflegeschule in Daraa finanziell. Weitere Projekte des DSÄ sind der Aufbau einer Blutbank in Süd-Syrien und die Fortsetzung der finanziellen Unterstützung für das Krankenhaus „Dar al-Karameh“ (Haus der Würde) in Daraa.

Die Arbeit der Mitglieder des DSÄ ist ehrenamtlich, humanitär medizinisch und ohne politische oder konfessionelle Motivation.

Der Verein DSÄ freut sich sehr über die Unterstützung des Opernhauses durch die Benefizvorstellung „Hänsel und Gretel“ am 27.12. und über die Spenden bei den beiden Adventssingen im Dezember.

Weitere Informationen zum DSÄ: www.ds-aerzte.de

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