10 Fragen an das Seniorentanztheater

Muss man ein Senior sein, um beim Seniorentanztheater mitzumachen?
Ab 55 Jahren kann man in das Seniorentanztheater aufgenommen werden. Nach oben ist keine Grenze gesetzt. Zurzeit sind die Mitglieder zwischen 55 und 80 Jahre alt.

Dürfen nur Frauen im Seniorentanztheater mitmachen?
Selbstverständlich steht das Angebot beiden Geschlechtern offen, obwohl die Anzahl der weiblichen Teilnehmer überwiegt. Gegenwärtig sind rund 20 Prozent der Mitglieder Männer.

Seniorentanztheater Ballett Dortmund, Choereographie von Mark Hoskins

Sind die Mitglieder des Seniorentanztheaters ehemalige Tänzer?
In unserem Seniorentanztheater tanzen keine ehemaligen Berufstänzer. Es sind ehemalige Lehrerinnen, eine Ärztin, eine Buchhändlerin, ein IT-Fachmann, ein Pianist, eine Servicefachkraft der Gastronomie, eine Kürschnermeisterin, ein Krankenpfleger usw. – eine bunte Mischung also. Einige waren im Kinderballett, haben in Jazztanzgruppen getanzt oder früher einmal Gesellschaftstanzkurse besucht, andere haben niemals vorher öffentlich getanzt. Allen gemeinsam ist die Freude an der Bewegung und Musik.

Wie hoch ist der zeitliche Aufwand, wenn man im Seniorentanztheater mitmachen möchte?
Ab Oktober trainieren und proben die Tänzerinnen und Tänzer montags von 9.30 Uhr bis 14.30 Uhr je nach Verfügbarkeit im Ballettzentrum oder im Ballettsaal des Opernhauses. Dazu kommen im Januar und im Mai zwei fünftägige Intensivworkshops jeweils von Donnerstag bis Montag und eine Intensivprobenwoche vor dem Aufführungstermin im Juni.
Regelmäßige Teilnahme ist unerlässlich.

Braucht man spezielle Tanzkleidung?
Für das Training braucht man keine spezielle Tanzkleidung und keine speziellen Schuhe. Bequeme Hosen, T-Shirts, Ballettschläppchen oder Stoppersocken sind ausreichend.

Seit wann gibt es das Seniorentanztheater?
Das Seniorentanztheater beim Ballett Dortmund gibt es seit Mai 2009. Es ist entstanden durch eine Initiative des Kulturamts der Stadt Dortmund mit dem Ballettdirektor Xin Peng Wang, dem Ballettmanager Tobias Ehinger und der ehemaligen Musiklehrerin und Leiterin der Schule im Opernhaus Barbara Huber.

Seniorentanztheater Ballett Dortmund, Choreographie von Mark Hoskins

Wer ist für die Choreographie verantwortlich?
Als Choreograph und Tanzpädagoge konnte der ehemalige Balletttänzer Mark Hoskins gewonnen werden. Mark wurde in Südafrika geboren und hat über zwanzig Jahre in Europa getanzt. Heute ist er als Choreograph und Ballettpädagoge tätig.

In diesem Monat hatte das neueste Stück* L*ECHTS UND *R*INKS KANN MANN NICHT VE*L*WECHSE*R*N im Ballettzentrum Premiere. Wie kam es zu diesem Titel?
Als Mark Hoskins erfuhr, dass er für das Seniorentanztheater ein neues Stück choreographieren sollte, befand er sich gerade in Wien in einem Cafè, wo es keine Schilder für die Toiletten gab, sondern die Ansage „Männer links, Frauen rechts“ ertönte. Das inspirierte ihn gleich zu Gedanken über eine Choreographie über Beziehungen von Männern und Frauen in verschiedenen Lebenssituationen und Lebensaltern. In einem Gespräch mit dem Ballettdramaturgen Dr. Baier wurde daraus dann der Titel nach einem Gedicht von Ernst Jandl * L*ECHTS UND *R*INKS KANN MAN(N) NICHT VE*L*WECHSE*R*N.

Wie wurde der Titel von den Tänzerinnen und Tänzern aufgenommen?
Die Tänzer stürzten sich mit Begeisterung in die verschiedenen Choreographien, die ihnen viel abverlangten. Tango, Gavotte, afrikanischer Volkstanz, HipHop, Klassik u.a. gab es in Ensembletänzen, Pas de Deux und Pas de Quatre zu erarbeiten und mit Leben und Gefühlen zu füllen, wobei die Musikauswahl des Choreographen und seine nimmermüde Geduld für ein sehr entspanntes Klima sorgten.

Seniorentanztheater Ballett Dortmund, Choreographie von Mark Hoskins

Wie reagierten Publikum und Presse auf das Stück?
Das Publikum dankte dem Ensemble des Seniorentanztheaters mit viel Beifall und stehenden Ovationen. Einige Besucher der Premiere fühlten sich veranlasst, eine zweite Vorstellung zu besuchen. Insgesamt gab es vier ausverkaufte Vorstellungen und etliche abgewiesene Besucher.
Pressestimme: „Die Themen des Stückes waren zeitlos: Das Verlieben, das sich wieder trennen, verzweifelte Versuche, den Partner wieder zu bekommen… Sehr humorig wurde ein Westernduell zwischen Männern und Frauen dargestellt… Stilistisch wurden den Mitgliedern des Seniorentanztheaters einiges abverlangt: Neben kleinen Choreografien gab es Ausflüge zum Tango und in den höfischen Tanz“.(Ars Tremonia)

Wie geht es weiter?
Ab Oktober trainiert und probt das Seniorentanztheater wieder. Das neue Stück „Knocking On Heaven’s Door in der Choreographie von Mark Hoskins hat im Juni 2017 Premiere im Dortmunder Schauspielhaus.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Barbara Huber.
Barbara Huber studierte Mathematik und Musik und war von 1970 bis 2008 im Dortmunder Schuldienst tätig. Von 1986 bis 2008 leitete sie die „Schule im Opernhaus“, eine Kooperation von Schulamt und Kulturdezernat, die bis heute durch  ihre Nachfolger regelmäßig in mehrmals wöchentlichen Veranstaltungen Kinder und Jugendliche an die verschiedenen Formen und Produktionen und Menschen des Musiktheaters heranführt.
Seit 2009 organisiert und leitet sie das Seniorentanztheater beim Ballett Dortmund.

Email:sen.tanztheater.ballett.do@gmail.com

Fotos von Anke Sundermeier

Seniorentanztheater Ballett Dortmund, Choreographie von Mark Hoskins

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