Manntje’ Manntje, Timpe Te…

Buttje’ Buttje in der See,
Meine Frau die Ilsebill,
Will nicht so, wie ich gern will.

So heißt der bekannte Spruch des armen Fischers im Märchen der Gebrüder Grimm. Der Maler Philipp Otto Runge war dem Aufruf des Verlegers Achim von Arnim, Volkserzählungen einzusenden, gefolgt und hatte ihm diese Geschichte aus Pommern zugesandt. 1812 wurde die Geschichte des Fischers und seiner unersättlichen Frau in die Sammlung der Gebrüder Grimm aufgenommen. Die maßlosen Wünsche der Fischersfrau, die erst ein Haus, dann ein Schloss möchte, schließlich König, Kaiser, Pabst und wie Gott selbst sein will, führen letztlich in die alte Armut zurück. Ihr zu widersprechen und ihr Einhalt zu gebieten, hatte ihr Mann nicht geschafft, nun muss er ihr Schicksal teilen. Dies Märchen liegt dem Musiktheater für Kinder “Gold!” zugrunde, dass am 27. November Premiere an der Oper Dortmund hat.

„Bitte sehr. Lieber Fisch im Meer.
Was ich wünsch, sollst du mir geben.
Liebes Fischlein, komm doch eben.“

Flora Verbrugge vom holländischen Theater Sonnenvank greift das Märchen aus der Grimmschen Sammlung auf, doch sie erzählt es aus der Sicht des Jungen Jacob. Auch ihn bittet der Fisch um die Freiheit und verspricht ihm, einen Wunsch zu erfüllen. Aber Jacob, der mit seinen Eltern in einer Grube unter einem Baum lebt, weiß gar nicht so recht, was er sich denn wünschen soll, etwas Großes soll es sein. Und als er mit den Händen die Größe beschreiben will, entwischt ihm der Fisch. So ist der erste Wunsch eher zufällig: kalte Füße brauchen warme, feste Schuhe. Als die Eltern die schönen Schuhe des Sohnes sehen, hätten sie auch gern welche und vielleicht noch eine warme Decke und ein Bett für alle drei, besser noch ein möbliertes Haus…
Dann werden die Wünsche der Eltern immer größer: ein Schloss, dazu Personal, dringend Erholung –  in den Urlaub mit einem eigenen Flieger. Und nun fliegt jeder  in eine andere Richtung: Papa zum Südpol, Mama an den Palmenstrand und Jacob allein in den Vergnügungspark. Aber niemand von ihnen kommt zur Ruhe, dafür brauchen sie am besten die ganze Welt für sich allein. Bei diesem letzten Wunsch verschlingt das Meer alles, die Flugzeuge, das Schloss, einfach alles bis auf den Baum und die Grube darunter, den einzigen Platz ganz für die drei allein.

Musiktheater für Mezzosopran und Schlaginstrumente
Die Sängerin Rosemarie Weisgerber erzählt, singt und spielt die Geschichte. Zwischendurch schlüpft sie in die einzelnen Rollen, spielt Jacob und den Fisch, Vater und Mutter.
Begleitet wird Rosemarie Weisgerber von dem Schlagzeuger Jie-Goo Lee auf einer Vielzahl von Schlaginstrumenten: Marimba, Vibraphone, Snare-drum, Woodblocks, Sizzle cymbal, Chimes, Flexaton, Melodika, Pling-plong und einem Behälter mit Kieselsteinen, einem großen und einem kleinen Koffer sowie einer großen Trommel.
Zusätzlich braucht die Sängerin die Unterstützung der Kinder im Zuschauerraum: Sie spielen den Wind und das wild rauschende Meer.

Die Top Ten der Kinderwünsche
Auf die Frage, was sie sich wünschen würden, wenn sie plötzlich eine Million Euro zur Verfügung hätten, antworteten Kinder in einer Umfrage der Zeitschrift Focus u. a.:
eine Villa im Süden mit einem Pool und ein großes Auto, ein Haustier anschaffen, für die Familie Geschenke kaufen, PC- Spiele, Klamotten, Spielzeug, Süßigkeiten, einen Prominenten wie Barack Obama oder Lukas Podolski treffen.
Ein Drittel der Kinder wollte die Million an Bedürftige spenden, ein Prozent wollte das Geld sparen.
Die Autorin Gabriele Möller stellte die Frage nach den wichtigsten Wünschen unabhängig vom Geld und erhielt Antworten wie: „Ich möchte ein Freund sein“, „Die Reichen sollen den Armen etwas abgeben.“, „Ich wünsche mir, dass meine Eltern mir mehr zutrauen und ich mehr selber machen darf.“, „Ich wünsche mir, dass jeder Mensch weiß, dass jeder Mensch gleich viel wert ist.“, „Mehr Zeit zum Spielen.“, „Ich wünsche mir, dass Papa nicht arbeitslos wird“, „Alle Waffen der Welt gehören abgeschafft.“, „Ich wünsche mir, dass unsere Erde nicht kaputt geht.“

Immer Meer? – Malwettbewerb
Das Meer spielt eine wichtige Rolle in „Gold“. Aber auch in unserer nächsten Familienoper „Gullivers Reise“ ist das Meer nicht unwichtig. Schickt uns Eure schönsten Bilder vom Meer. Fotos, gemalte Bilder, geklebte Bilder…… Unter allen Einsendungen verlosen wir zwei Karten für eine Sonntagsvorstellung von „Gullivers Reise“ im Opernhaus.

Einsendungen an:
Theater Dortmund, Heike Buderus, Theaterkarree 1-3, 44137 Dortmund oder per mail an hbuderus@theaterdo.de

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