Pressemitteilung // 06.10.16: „Die Stunde danach“ zu FAUST – MARGARETHE

Am Sonntag, 9. Oktober 2016, findet um 21.15 Uhr, nach der Vorstellung FAUST – MARGARETHE von Charles Gounod eine weitere Veranstaltung der Gesprächsreihe “Die Stunde danach” statt. Tenor Lucian Krasznec, Schauspieler David N. Koch sowie die Dortmunder Germanistin Sylvia Blum stellen sich den Fragen von Thilo Braun, Student an der Technischen Universität Dortmund.
Doktor Faust glaubt, mit seiner Gelehrten-Existenz sein Leben vergeudet zu haben. Mit Hilfe Mephistos will er noch mal jung sein, noch mal von vorne anfangen, endlich einmal das eigene erotische Verlangen ausleben. Objekt seiner Begierde ist Marguerite, ein unschuldiges und wenig lebenserfahrenes junges Mädchen, die Fausts Charme und Geschenken nicht widerstehen kann. Als Marguerite schwanger wird, fühlt sie sich von Gott verlassen und versinkt in Verzweiflung, während sich ihr Liebhaber längst anderen Vergnügungen zugewandt hat. Obwohl Marguerite schließlich als Kindsmörderin im Gefängnis sitzt, bleibt ihr das himmlische Erbarmen nicht verwehrt. Faust hingegen ist für alle Ewigkeit an Mephisto gekettet.
Thilo Braun geht der Frage nach, ob die philosophischen Grundfragen in Gounods Werk sich wirklich so von denen Goethes unterscheiden, wie oft behauptet wird. Goethe und Gounod stellen beide die Frage nach dem Sinn des Lebens und was richtiges von falschem Handeln unterscheidet. Weitere Themen werden die Definition von „gut“ und „böse“ im gesellschaftlichen und religiösen Kontext sein und ob Moralvorstellungen die Eckpfeiler des eigenen Tuns sind oder aber nur ein inneres Gefängnis darstellen. Bedarf es deswegen des Karnevals und der Volksfeste, um einen moralisch aufgeladenen Überdruck in der Gesellschaft abzubauen? Und welches Frauenbild transportiert Gounod in seiner Oper mit Marguerite? Handelt es sich um ein naives Dummchen oder steht es für das Bild vollkommener Reinheit?

„Die Stunde danach“ findet im Anschluss an die Vorstellung von FAUST – MARGARETHE um ca. 21.15 im Opernfoyer statt. Die Zuschauer sind herzlich eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen. Der Eintritt ist frei.

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