Pressemitteilung // 17.01.17: DON GIOVANNI Wiederaufnahme

Pressemitteilung // 17.01.17: DON GIOVANNI Wiederaufnahme

Don Giovanni weckt in seiner Umgebung das, was man lieber unter der Decke hält und nicht offen zu zeigen wagt: Sexuelle Gier, die Faszination des Verbotenen und rasende Triebhaftigkeit. Jens-Daniel Herzog hat eine Figur entwickelt, die ihre Umgebung sofort in ihren Bann  zieht und andere Menschen schonungslos dominiert und manipuliert. Don Giovanni bringt damit die dunkle Seite der Persönlichkeit von Donna Anna, Donna Elvira, Don Ottavio und Zerlina hervor und muss deswegen sterben, weil er das Bild, das die anderen von sich selbst haben, in Gefahr bringt. Unter der musikalischen Leitung des stellvertretenden  Generalmusikdirektors Motonori Kobayashi findet mit Gerardo Garciacano (Don Giovanni), Ashley Thouret (Donna Anna), Emily Newton (Donna Elvira), Tamara Weimerich (Zerlina), Karl-Heinz Lehner (Komtur), Joshua Whitener (Don Ottavio), Morgan Moody (Leporello) und Ian Sidden (Masetto) die Wiederaufnahme der Mozart Oper am 4. Februar 2017, um 19.30 Uhr in der Oper Dortmund statt.
Don Giovanni fährt zur Hölle, aber zur Ruhe kommt er nicht. Der Wüstling, der Sexbesessene, der Mörder und Zyniker, der mit den konventionellen Vorstellungen von Anstand, Güte und Mitgefühl bricht, hört nicht auf zu faszinieren. Don Giovanni ist das andere Leben, abseits von Moral und Mitleid, weit weg von bürgerlicher Wohlanständigkeit. Er nimmt sich, was er will und hat keine Scheu, seinen Anspruch durchzusetzen – mit Verführungskraft und wenn nötig mit Gewalt. Liebe ist für ihn ein Konsumgut. Alles, was dauerhaft sein könnte, ist Don Giovanni zuwider. Allein Leporello, der Komplize seiner Ausschweifungen, bleibt immer an seiner Seite. Ein Aufstand der selbsterklärten Anständigen bringt den Lüstling schließlich mit übernatürlicher Hilfe zu Fall, aber die Don Giovannis als Helden des Exzesses sind nicht auszurotten, nicht im Leben und schon gar nicht auf der Bühne. Zwar wird am Ende der Böse bestraft, die Guten haben gewonnen, aber ist die Welt noch interessant ohne das Grenzen sprengende, lebensbejahende Don-Giovanni-Prinzip? Möchte man unter lauter kreuzbraven Don Ottavios leben?
Regisseur Jens-Daniel Herzogs oberstes Regieziel ist es, den Reichtum zu entdecken, der in den Figuren liegt. „Es geht nicht um eine opulente Bühne, sondern um die Opulenz der Charaktere“, so Herzog. Die Sänger agieren ganz nah und unmittelbar am Publikum. Dafür wurde der Orchestergraben überbaut und ein Steg bis weit in den Zuschauerraum gelegt, auf dem sich die Sänger bewegen können. Das Orchester befindet sich auf der Bühne.
Der Westdeutsche Rundfunk berichtete über die Premiere: „Ein Ensemble, das auf internationalem Spitzenklassen-Niveau singt und komplett aus den Reihen des Dortmunder Opernensembles besetzt ist. Die ganze Oper ist mit dieser Feinheit, mit dieser Genauigkeit, mit diesem klaren, bösen Blick, der aber auch viel Witz hat, inszeniert.“

 

Don Giovanni Opernhaus Dortmund Premiere 08.03.2015 Dramma giocoso von Wolfgang Amadeus Mozart Libretto von Lorenzo Da Ponte Musikalische Leitung: Gabriel Feltz Inszenierung: Jens-Daniel Herzog Bühne: Mathis Neidhardt Kostüme: Sibylle Gädeke Choreinstudierung: Granville Walker Dramaturgie: Hans-Peter Frings, Georg Holzer Don Giovanni: Gerardo Garciacano Der Komtur: Christian Sist Donna Anna Eleonore Marguerre Don Ottavio, Lucian Krasznec Donna Elvira: Emily Newton Leporello Morgan Moody Masetto Sangmin Lee Zerlina, Tamara Weimerich Mit dem: Opernchor des Theater Dortmund Mit den: Dortmunder Philharmonikern Mit der: Statisterie des Theater Dortmund

This article was written by
Alexander Kalouti

Alexander Kalouti studierte Schauspiel an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart und absolvierte nach seinem Abschluss einen Master of Arts im Bereich Theaterwissenschaften am King´s College London und der Royal Academy of Dramatic Art. Es folgten Engagements am Staatstheater Oldenburg, Staatstheater Kassel sowie Theater Ingolstadt. Zur bayerischen Landtagswahl 2008 managte er den Wahlkampf der FDP und wurde nach dem Einzug der bayerischen Liberalen in die Staatsregierung, Persönlicher Referent des Wirtschaftsministers. 2011 wechselte er in den Planungsstab der FDP Bundestagsfraktion, wo er die Fraktionsführung zu Themen der Außen-, Sicherheits- und Europapolitik beriet.

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