Traumpaare V

Traumpaare V

Laya und Lilo-Taro

Laya und Lilo-Taro? Oder sollte man nicht lieber Laya und Kapitän Stone untersuchen? Oder besser: Kapitän Stone und Suzanne Provence oder wäre das nicht dasselbe? Nun, wir befinden uns eben in einer Operette, und hier wächst am Ende bekanntlich immer das zusammen, was zusammengehört – auch wenn der Zuschauer sich das in diesem Fall auch anders vorstellen könnte.

Name:
Lilo-Taro
Name:
Laya
Beruf:
Prinz
Beruf:
Prinzessin a.D.
Familienstand:
ledig
Familienstand:
ledig
Besondere Kennzeichen:
Frauenschwarm, er selbst würde sich wohl in einer Reihe mit Schwarzenegger, Stallone und Co sehen.
Besondere Kennzeichen:
Wandlungsfähig: Ob Jazzsängerin oder Prinzessin a.D. – sie macht immer eine gute Figur.
Charaktereigenschaften:
treu, verliebt, besitzergreifend, konsequent bis in den Tod
Charaktereigenschaften:
Zunächst oberflächlich und wurzellos, der Kontakt mit ihrer Heimat stimmt sie jedoch nachdenklich: aus dem Spiel wird Ernst
Erstes Date:
Beide sind sich seit Kindertagen versprochen. Schon als Kinder haben sie das „Ringlein aus Gold“ getauscht. Lilo-Taro ist seitdem unsterblich in sie verliebt; Laya hatte ihn allerdings so gut wie vergessen.
Beziehungsprognose:
Es scheint, als habe Laya zu ihrer wahren Bestimmung gefunden: Nicht das Pariser Jet-Set-Leben reizt sie, sondern die Heimat Hawaii und die Verbundenheit mit „ihrem“ Volk. Fragt sich nur, wie lange der Hula-Tanz den Jazz ersetzen kann und Hawaii das „Paradies am Meeresstrand“ für sie bleibt. Prinz Taro dagegen sollte nun am Ziel seiner Wünsche sein – doch entspricht die echte Laya eigentlich noch den Traumvorstellungen seiner Kindheit? Wird die westlich erzogene Laya seine Macho-Allüren in den Griff bekommen? Zum Glück endet die Geschichte hier, ansonsten s. Otello?

 

Otello und Desdemona

Dass mitunter genau das zusammenpasst, was eigentlich gar nicht zusammengehört, ist ein großes Paradox von Beziehungen. Bei Desdemona und Otello könnte es so sein: der Kriegsheld und die höhere Tochter, die Schöne und das Biest, die Heilige und das Tier. Sie mögen sich wirklich, aber eines gibt es zu wenig zwischen ihnen: Vertrauen. Und deshalb nimmt ihre Geschichte ein furchtbares Ende.

Name:
Otello
Name:
Desdemona
Beruf:
Söldner mit Leitungsverantwortung
Beruf:
Höhere Tochter aus einer venezianischen Patrizierfamilie
Familienstand:
Glücklich und jung verheiratet
Familienstand:
Verheiratet mit einem schwierigen Mann
Besondere Kennzeichen:
Blutverschmiert vom letzten Einsatz
Besondere Kennzeichen:
Wo immer sie sich zeigt, findet jeder sie hinreißend
Charaktereigenschaften:
Große Tapferkeit, aber geringes Selbstvertrauen; Neigung zu pathologischer Eifersucht
Charaktereigenschaften:
Freundlich, charmant, geduldig, aufrichtig interessiert an ihren Mitmenschen
Erstes Date:
Desdemona lebt in ihrer behüteten Welt, aber sie interessiert sich brennend für das, was draußen vorgeht. Diese Sehnsucht stillt Otello: Er erzählt ihr von seinen Abenteuern, seinen Leiden und Heldentaten. Sie lernt den Helden als gebrochenen Mann kennen – das ist für sie unwiderstehlich. Wie Otello es treffend formuliert: „Du liebtest mich für mein Unglück, ich liebte dich für dein Mitleid.“
Beziehungsprognose:
Desdemona tut alles, um ihren schwierigen Mann zu verstehen und zu beruhigen, aber gegen das Gift des Misstrauens und des Verdachts, das Jago in Otellos Seele träufelt, ist sie machtlos. Am Ende weiß sie, dass sie gegen Otellos Eifersuchts-Wahn keine Chance hat, und fügt sich in ihr Schicksal. Als Otello sie getötet hat und erfährt, dass sie unschuldig und alles nur eine üble Intrige war, will auch er nicht länger leben.

 

Gulliver und Vaniliput

Manchmal ist es wie verhext: Da treffen sich zwei Menschen, verstehen sich gut, mögen sich, kurz: passen eigentlich perfekt zusammen, aber es gibt ein unüberwindliches Hindernis. So ist es bei Gulliver und der Liliputanerin Vaniliput. Zwischen den beiden funkt es ziemlich schnell, aber als Paar haben sie wenig Perspektive, ist sie doch gerade einmal so groß wie einer seiner Finger.

 

Name:
Gulliver
Name:
Vaniliput
Beruf:
Schiffsjunge, leider gestrandet
Beruf:
Zukunftsforscherin und Hühnerzüchterin
Familienstand:
Waisenkind
Familienstand:
Zu klug für eine Beziehung
Besondere Kennzeichen:
Trägt am liebsten Segler-Outfit, allerdings nicht aus modischen, sondern aus professionellen Gründen
Besondere Kennzeichen:
Kann mit Hühnern genauso gut wie mit Menschen
Charaktereigenschaften:
Auf der Suche nach Halt und Orientierung, dabei immer gutmütig, arglos und hilfsbereit
Charaktereigenschaften:
Klug, mutig, freundlich, aber bestimmt
Erstes Date:
Er liegt gefesselt auf einer Insel, an deren Strand er nach einem Schiffsunglück angespült worden ist, sie klettert auf seinem Gesicht herum. Zwischen den beiden klappt es vom ersten Gespräch an: Abgesehen vom beträchtlichen Größenunterschied stimmt alles zwischen ihnen, sie sind bald ein Herz und eine Seele.
Beziehungsprognose:
Ein Liebespaar werden sie nicht, auch wenn Gulliver sich das erträumt und sie am liebsten in seine Welt mitnehmen würde. Aber Vaniliput, deren geistige Fähigkeiten doch schon etwas weiter entwickelt sind als seine, sieht die Realität ganz klar: Was sollte sie mitten unter Riesen? So bleibt sie in Liliput und schickt ihn zurück zu den großen Menschen. Ob sie Brieffreunde bleiben? Hätte auch ein paar praktische Schwierigkeiten…
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Wiebke Hetmanek

Sie ist eine der wenigen Dramaturginnen Deutschlands, die sich nicht nur der Oper verschrieben hat, sondern ein spezielles Faible für die so genannte leichte Muse hat: Wiebke Hetmanek nimmt Operette und Musical verdammt ernst – und liebt sie leidenschaftlich. Nach „Funny Girl“ folgt nun mit „Roxy und ihr Wunderteam“ ihre zweite Ausgrabung am Theater Dortmund. Geboren in Kiel, studierte Wiebke Hetmanek Musikwissenschaft, Literaturwissenschaft und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften an den Universitäten Bochum und Köln. Erste Station ihrer beruflichen Laufbahn war die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg, es folgte das Musiktheater im Revier Gelsenkirchen, und seit 2011 die Oper Dortmund. Wiebke Hetmanek ist außerdem die sehr erfolgreiche Autorin der Kinderopern „Der kleine Barbier oder Eine haarige Angelegenheit“, „Kaimakan und Pappatatschi oder Piraten fluchen nicht“ sowie „Ritter Eisenfraß“.

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