Kein Jahr wie jedes Jahr! – Teil 1

Kein Jahr wie jedes Jahr! – Teil 1

Wie sieht ein Freiwilliges Jahr Kultur am Opernhaus in Dortmund aus?
Paula Krapp, FSJlerin der Spielzeit 2016/17 blickt zurück auf ein besonderes Jahr…

Freiwilliges Jahr nach dem Abi – das soll es werden, so viel steht fest. Ach, so einen Freiwilligendienst kann man auch im kulturellen Bereich absolvieren? Sogar im Musiktheater?

Spitze! Dann los an den Computer und Informationen sammeln. Als ich den FSJ-Platz an der Oper Dortmund entdecke, ist mir sofort klar: das ist meine Wunschstelle, hier möchte ich hin. Nach einem halben Jahr Vorbereitung mit Onlinebewerbung, Einsatzstellenwahl und Vorstellungsgespräch steht es dann endlich fest. Ich werde die nächsten 12 Monate am Theater Dortmund verbringen dürfen!

Jahresbeginn. Oder Spielzeitanfang, wie man hier unter Theatermenschen so sagt. Am 22. August 2016 startet mein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur und ich habe noch keinerlei Vorstellung, was die nächste Zeit bringen wird.

Kaum gestartet, geht es an das Organisieren der ersten Großveranstaltung – der Eröffnung des Kooperationsprojektes TheaterReal. Noch komplett neu am Theater helfe ich direkt bei der Zusammenstellung des Programms, der Kommunikation mit den Schulen und der Einweisung auf der Bühne. Am Tag der Eröffnung stehe ich selber mit auf der Bühne und koordiniere die Vergabe der Patenschaftsbücher für die Realschulen.

Unten im Operntreff geht es dann im November richtig für mich los. Meine erste Produktion als Regiehospitantin bei der Kinderoper „Gold!“ startet und ich bin direkt Feuer und Flamme. Von Regiebuch schreiben und Requisiten besorgen über Soufflieren bis hin zur anschließenden Abendspielleitung. Ich lerne eine komplett neue Welt kennen und würde den Operntreff am liebsten gar nicht mehr verlassen.

Literaturwettbewerb 2016. Die große Preisverleihung findet jedes Jahr Ende November im Opernhaus statt. Auch hier muss wieder organisiert werden, denn jeder Preisträger muss an der richtigen Stelle mit dem richtigen Namen aufgerufen werden und den passenden Preis bekommen. Unter dem Motto „Heute und Morgen“ werde ich vorher sogar in Kostüm und Maske gesteckt, um die Preise angemessen auf der Bühne überreichen zu können.

Tanz darf im Bereich Musiktheater natürlich auch nicht fehlen. Durch das Jugendtanzprojekt „MIT Faust“ und den Besuch von „Kontraste“ – meiner ersten Ballettaufführung – entdecke ich, dass Geschichten auch ohne Worte erzählt werden können.

Unterhaltsam geht es weiter: meine zweite Regiehospitanz bei „Die Blume von Hawaii“ beginnt kurz vor Weihnachten. Ich bin überwältigt von der enormen Anzahl an Menschen, die bei einer großen Produktion benötigt werden: Chor, Orchester, Solisten, Tänzer, Techniker usw. Doch zum Nachdenken bleibt keine Zeit, und ich lerne in den sechs Wochen Probenzeit unglaublich viel.

Ran an die zweite Hälfte des Jahres. Unfassbar, wie schnell die Zeit vergangen ist! Gerade noch war ich froh, wenn ich mich auf dem Weg ins Büro nicht verlaufen habe, und jetzt mache ich selber Führungen mit Schulklassen. Ich kann die nächsten Monate kaum abwarten und werde jetzt schon traurig, wenn ich an das Ende denke.

Fortsetzung folgt!

 

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