Kein Jahr wie jedes Jahr! – Teil 2

Kein Jahr wie jedes Jahr! – Teil 2

Und so geht es mit Paula Krapp, FSJlerin der Spielzeit 2016/17, in der zweiten Spielzeithälfte weiter:

Ordentlich Gas gegeben wird in den Endproben von „Die Blume von Hawaii“, ordentlich organisiert wird im Künstlerischen Betriebsbüro (kurz KBB). Hier darf ich nach der Premiere zwei Wochen mitarbeiten und die Arbeit als Disponent*in kennenlernen.

Pause machen? Nichts da, auf geht es ins Kinder- und Jugendtheater zur Koproduktion „Hamlet – Sein oder Nichtsein“ mit der Jungen Oper. Jetzt kommt auch noch der erste richtige Kontakt mit Sprechtheater zu meiner langen Liste neuer Erfahrungen dazu. Wenn ich hier etwas gelernt habe, dann, dass man am Theater vor allem eins benötigt:

Energie, um im stressigen Alltag mit den oft späten Arbeitszeiten durchzuhalten, aber auch

Ruhe und einen klaren Kopf, um jederzeit den Überblick behalten zu können. Genau diese Gegensätze sind es, die die Arbeit am als FSJlerin am Theater für mich so spannend machen

Daneben gibt es immer noch die tägliche Büroarbeit, an der man auch an einem so kreativen Arbeitsplatz wie dem Theater nicht vorbei kommt. Somit gehört auch Mails beantworten, Telefonate führen und Unterlagen sortieren zu meinen Aufgaben.

Orpheus ist da eine gern gesehene Abwechslung. Bei der Wiederaufnahme der mobilen Kinderoper „Herr Orpheus geht zur Schule“ assistiere ich und auch bei den Vorstellungen in Kindergärten und Grundschule bin ich mit von der Partie, wenn Orpheus sich mit den Kinder aufmacht, um seine Eurydike zu retten.

Reisen unternimmt nicht nur Orpheus in die Unterwelt, sondern auch Gulliver zu den Liliputanern. Bei der diesjährigen Familienoper „Gullivers Reise“ hospitiere ich in der Ausstattung beim Bühnenbild und versuche mein Glück am Akkuschrauber. Doch vor allem auf eine Abteilung kommt mit der Familienoper jede Menge Arbeit zu:

Theaterpädagogik. Die Vormittagsvorstellungen von „Gullivers Reise“ sind speziell für Schulkinder, von denen der Großteil zum ersten Mal ein Theater betritt. Zur Vorbereitung fahre ich mit den Theaterpädagoginnen in die Klassen und helfe bei den szenischen Einführungen. Spätestens nach der dritten Einführung am selben Vormittag, kann auch ich alles mitsprechen.

Man tut, was man kann und es ist ein unbeschreibliches Gefühl die leuchtenden Kinderaugen beim anschließenden Vorstellungsbesuch erleben zu können. So laut wie beim Applaus für Gulliver und Vaniliput wird es selbst bei einer ausverkauften Premiere im Abendspielplan nur selten!

Und nicht nur bei den Projekten mit Schülern werde ich selbstständiger. Mittlerweile organisiere ich meinen Tagesablauf selber und finde mich beinahe blind in den Gängen und Treppenhäusern der Oper zurecht. Da ist das Jahr schon fast zu Ende und ich kenne mich doch gerade erst aus. 12 Monate sind wirklich gar nichts…

Noch ist es allerdings nicht ganz vorbei. Eine letzte Hospitanz quetsche ich noch in die letzten Wochen der Spielzeit. Und zwar bei den Vorproben für „Arabella“, einer Komödie von Strauß, die in der kommenden Spielzeit Premiere feiern wird. Am letzten Probentag vor der Sommerpause wird mir dann doch etwas schwer ums Herz.

Dreitausendmal bedanken möchte ich mich bei all denen, die dieses Jahr zu dem aufregendsten und großartigsten Jahr meines Lebens gemacht haben. Insbesondere bei meinen Mentorinnen Heike Buderus (Theaterpädagogik Musiktheater) und Svenja Riechmann (Koordinatorin Theaterpädagogik) für eure riesige Unterstützung! Und vielen Dank an Ilaria Lanzino (Regieassistenz Oper), die mich in die Welt einer Opernproduktion eingeführt hat!

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