It’s Madison Time

It’s Madison Time

Der Madison ist ein Party-Tanz aus den späten 50er Jahren. Wo er zum ersten Mal getanzt wurde, ist umstritten (Memphis, Chicago, Ohio…). Unumstritten ist, dass er in Baltimore v.a. durch die Buddy-Deane-Show erst richtig populär wurde. Der Madison ist ein Linientanz, dessen Grundschritte sechs Zählzeiten umfassen. Diese Grundschritte werden immer wieder kombiniert mit anderen bekannten Tanzschritten. Eddie Morison, ein Disk Jockey aus Baltimore, führte ein, die Schritte den Tänzern während des Tanzes zuzurufen. Kurz darauf wurden Schallplatten produziert, bei denen diese Zurufe bereits aufgenommen waren (z.B. „Madison Time“ von Ray Bryant, 1959).

Auf youtube kann man einen Ausschnitt aus der Buddy-Deane-Show sehen, in dem der Madison getanzt wird

Der Grundschritt des Madison ist eine einfache Vorwärts-rückwärts-Schrittfolge. Die kombinierten Tanzschritte bestehen aus neuen, oftmals aber aus bekannten Schrittfolgen der Zeit. Manche von ihnen haben sprechende Namen oder erweisen Stars aus verschiedenen Branchen ihre Referenz: „The Basketball“ (Wilt Chamberlain), „The Jackie Gleason“, „The Birdland“, „The Rifleman“, „The Big M, „The T-Time“ etc.pp.

Der Madison ist der Lieblingstanz von Tracy Turnblad in „Hairspray“. Er steht auch am Tanzabend an Tracys Highschool auf dem Programm. Hier ist es Corny Collins, der den Tänzern die Tanzschritte zuruft: „Baltimore Box“, eine Anspielung auf „The Basketball“, „Main Street“ oder „Jackie Gleason“. Seaweed hat seinen eigenen Schritt erfunden: „Bettgeflüster vor der Ehe“, mit dem Tracy die Aufmerksamkeit von Collins gewinnt und dadurch den Sprung in die Show schafft.

Auf der Facebook-Seite des Theaters Dortmund kann man, assistiert von der choreografischen Assistentin Samantha Turton, die Madison-Schritte von Melissa King erlernen. Der Grundschritt ist ein Originalschritt aus den 60ern.

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Wiebke Hetmanek

Sie ist eine der wenigen Dramaturginnen Deutschlands, die sich nicht nur der Oper verschrieben hat, sondern ein spezielles Faible für die so genannte leichte Muse hat: Wiebke Hetmanek nimmt Operette und Musical verdammt ernst – und liebt sie leidenschaftlich. Nach „Funny Girl“ folgt nun mit „Roxy und ihr Wunderteam“ ihre zweite Ausgrabung am Theater Dortmund. Geboren in Kiel, studierte Wiebke Hetmanek Musikwissenschaft, Literaturwissenschaft und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften an den Universitäten Bochum und Köln. Erste Station ihrer beruflichen Laufbahn war die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg, es folgte das Musiktheater im Revier Gelsenkirchen, und seit 2011 die Oper Dortmund. Wiebke Hetmanek ist außerdem die sehr erfolgreiche Autorin der Kinderopern „Der kleine Barbier oder Eine haarige Angelegenheit“, „Kaimakan und Pappatatschi oder Piraten fluchen nicht“ sowie „Ritter Eisenfraß“.

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