In die Oper, fertig, los!

In die Oper, fertig, los!

Seit bereits vier Jahren bringen die Opernhäuser in Dortmund, Bonn und Düsseldorf / Duisburg gemeinsam Uraufführungen von aufwändigen Familienopern auf die Bühne. In Dortmund waren bereits „Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte“, „Ronja Räubertochter“ und im vergangenen Sommer die Uraufführung von „Gullivers Reise“ zu sehen.
Der hohe Aufwand solcher Familienopern für die große Bühne wird nur durch den Zusammenschluss der drei Opernhäuser möglich, die dadurch effizienter wirtschaften und zugleich auch ein größeres junges Publikum an spannendes modernes Musiktheater heranführen können. Jedes Jahr besuchen fast 8000 Kinder die Vorstellungen in Dortmund. Nicht zuletzt aus diesem Grund steht das gesamte Projekt auch unter der Schirmherrschaft von Isabel Pfeiffer-Poensgen als Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Klasse komponiert – in die Oper fertig los!
Dank einer gesonderten Förderung gibt es in dieser Spielzeit das erste Mal nun auch ein gemeinsames Vermittlungsformat. Es startet im Januar 2018 auch an den Dortmunder Schulen und im Umland. Angelehnt an die Familienoper in dieser Spielzeit, „Die Schneekönigin“, will es die Ohren der Schüler öffnen für die Kunstform Oper und sie mit dem Entstehen und der Wirkung von musikalischen Bildern und Motiven vertraut machen.
Hans Christian Andersen erzählt in seinem bekannten Märchen von der Kraft der Freundschaft und der Liebe, der es gelingt, den kalten Blick der Vernunft zu bezwingen. Viele Komponisten, Bühnenautoren und Filmschaffenden haben sich fasziniert mit dem Märchen auseinandergesetzt, jetzt haben auch Schüler die Gelegenheit – zusammen mit Profis – ihre eigene Fantasie dazu umzusetzen.

„Zuhören und selber machen“

So klingt das Motiv der Schneekönigin in der Oper von Marius Felix Lange. Wie sich die Schüler Bilder der Kälte in der Musik vorstellen, können sie mit Künstlern verschiedener Sparten herausfinden und ausprobieren. Es geht um die Klangfarben der Musik und das Erfinden einer eigenen Geschichte, die die Themen der Schneekönigin aufgreift. Wie klingt die „Einsamkeit und Kälte“, hat „Freundschaft“ ein typisches Instrument? Gibt es eine Geschichte über Freundschaft, die wir anderen gern erzählen und vorspielen möchten?

Drei unterschiedlich lange Workshop-Tage stehen den Schulen zur Verfügung: „Hineinschnuppern“ kann man mit dem Einakter in zwei Schulstunden, „ausprobieren“ lässt es sich im Zweiakter an einem Tag, und „experimentieren und komponieren“ heißt es im Dreiakter über eine Woche. Entwickelt wurde dieses Format zusammen mit dem Kölner Büro für Konzertpädagogik, das die sogenannte Response-Methode aus England mitgebracht hat.

 „Hören lassen“
Drei Kooperationsschulen des Theaters haben sich bereits auf den Weg ins Land der Schneekönigin gemacht: Schüler des Helene-Lange-Gymnasiums, der Gertud Bäumer-Realschule und der Wilhelm-Busch-Realschule beginnen im Januar mit ihren Workshops in Komposition und Darstellen. Aus Hamm kommt eine 6. Klasse der Sophie-Scholl-Gesamtschule dazu. Am 22. März dann wird es heißen „Spiegelklänge“, wenn die einzelnen Werkstattergebnisse aufgeführt werden. An diesem Tag stellen alle Klassen ihre „Mini-Opern“ vor. Gäste sind herzlich willkommen.

Interessierte Lehrer können sich mit ihren Klassen anmelden, noch sind einige Workshop-Termine zu vergeben.
Ansprechpartnerin ist die Theaterpädagogin des Musiktheaters Heike Buderus, hbuderus@theaterdo.de.

This article was written by
Heike Buderus

Heike Buderus studierte Anglistik und Russistik an der Ruhr-Universität Bochum sowie Germanistik und Neugriechisch an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Nach ihrem Referendariatsdienst wurde sie 1986 Theaterpädagogin für das Schauspiel und KJT am Landestheater Castrop-Rauxel. Zusammen mit Kollegen an den Theatern in NRW rief sie einen ersten Zusammenschluss von Theaterpädagogen auf Landesebene ins Leben. Seit 1999 ist sie als Theaterpädagogin für das Musiktheater und Ballett am Theater Dortmund zuständig. Neben der theaterpädagogischen Begleitung von Produktionen durch Vor- und Nachbereitungen, realisierte sie zahlreiche theaterpädagogische Projekte für die Oper und das Ballett so u.a. Feuervogel, Feuerspuren und Heldenbilder in Zusammenarbeit mit dem Museum Ostwall, Frühzünder und Spätblüher und Operazzi in der Kinderoper. Hier setzte sie sich u.a. für ein kontinuierliches Angebot von Musiktheater für ein junges Publikum ein und übernahm die Dramaturgie für diverse Kinderoperproduktionen für und mit Kindern und Jugendlichen. Heike Buderus ist Gründungsmitglied des Bundesverbandes der Theaterpädagogen und lehrt am Institut für Musik und Didaktik an der Universität Dortmund.

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