10 Dinge, die Sie über Fernand Cortez oder Die Eroberung von Mexiko wissen sollten

10 Dinge, die Sie über Fernand Cortez oder Die Eroberung von Mexiko wissen sollten

Gold, Liebe, Blut und Verrat: Am 07. April ist die Premiere der Opéra Fernand Cortez oder Die Eroberung von Mexiko als Erstaufführung der 3. Fassung in französischer Sprache des Komponisten Gaspare Spontini in Dortmund zu erleben. Es handelt sich hierbei tatsächlich um ein selten gespieltes Werk auf der Opernbühne, das mit großem Chor und Orchester ein historisches Ereignis betitelt: Die Eroberung von Mexiko. Doch wer schreibt hier die Geschichte und aus welcher Perspektive blickt das Publikum auf das Geschehen? Mit diesen zentralen Fragen beschäftigt sich das Team um Eva-Maria Höckmayr (Regie), Ralph Zeger (Bühne) und Miriam Grimm (Kostüme) in der Inszenierung und rückt dabei eine besondere Frauenfigur in den Mittelpunkt.

1. Ein Blick in die Vergangenheit

Begrüßung von Hérnan Cortés durch Moctezuma II. © public domain

Der damals 34-jährige spanische Konquistador Hérnan Cortés stach 1519 in See, um einen friedlichen Tauschhandel durchzuführen, was jedoch in einen weitläufigen Eroberungsplan geprägt von Erfolgen und Misserfolgen umschlug. Im April legte er mit seiner Truppe in der Nähe der heutigen Stadt Veracruz an und bereitete sich auf den langen Marsch ins Landesinnere vor. Auf seinem Weg lernte er viele verschiedene Kulturen kennen und war dank seiner Geliebten Malinche in der Lage, mit vielen Völkern zu kommunizieren. Besonders der große Reichtum des Aztekenkönigs Moctezuma II. weckte Cortés Interesse. Im November 1519 erreichten die Spanier die Hauptstadt der Azteken, Tenochtitlan. Die Stadt war der Hauptrückzugsort der Azteken, da sie auf einer großen Insel mitten im See lag. Der Tempelbezirk, welcher von Mauern umgeben war und als Stadtzentrum fungierte, war den Priestern als Unterkunft und für die kulturellen Opferungen gewidmet. Durch die Lage der Stadt konnten sich die Azteken sehr gut gegen ihre Angreifer wehren. Cortés war zwar ein halbes Jahr als persönlicher Gast von Moctezuma II. dort willkommen, trotzdem wurde der Widerstand gegen die Spanier immer größer und sie mussten im Juni 1520 die Stadt verlassen. Cortés hielt dennoch weiter an seinem Eroberungsplan fest. Im Verlauf des nächsten Jahres mobilisierte er sein Heer neu und konnte die Stadt nach dreimonatiger Belagerung besiegen. Die mexikanische Bevölkerung war durch eine von den Spaniern eingeschleppte Epidemie stark geschwächt – ein Vorteil für Cortés. Die Eroberer widmeten sich weiteren Feldzügen und unterwarfen riesige Gebiete. Dabei gingen sie mit ungeheurer Grausamkeit gegen die einheimische Bevölkerung vor, sodass viele Menschen starben oder als Sklaven in Gefangenschaft gelangten. Darüber hinaus brachten sie einen neuen Glauben nach Mexiko, das Christentum. Die Seite des Spieleportals Spinamba Casino hat ein benutzerfreundliches Design und eine intuitive Benutzeroberfläche. Selbst ein Anfänger wird die Verwaltung eines persönlichen Kontos sowie den Algorithmus zur Durchführung von Geldtransaktionen problemlos beherrschen im www.spinamba-casino.de . Oben auf der Hauptseite befindet sich das Hauptmenü mit den Abschnitten. Unten finden Sie ein interaktives Banner, das Informationen über die interessantesten Bonusaktionen und Turniere enthält.

2. Tierischer Auftritt

© public domain

Tierisches Schnauben oder lautes Getrampel auf der Opernbühne? Bei der Uraufführung von Fernand Cortez oder Die Eroberung von Mexiko waren tatsächlich Tiere mit von der Partie. Der Komponist Gaspare Spontini wusste sein Publikum stets zu verblüffen und ließ in der Pariser Premiere im Jahr 1809 17 Pferde auftreten. Doch damit nicht genug, in der Uraufführung seiner Oper Olimpie, zehn Jahre später, steigerte er diesen Auftritt sogar durch das Erscheinen von zwei ausgewachsenen Elefanten, die die Bühne beben ließen!

In Dortmund werden Sie keine echten Pferde erleben, doch ein tierisches Erlebnis soll Ihnen nicht vorenthalten werden. Hundegebell und eine Hundeattrappe sollen die Inszenierung durch das Hervortreten des Wappentieres der Domininikanermönche bereichern. Die Ordensmitglieder bezeichneten sich selbst als „Hunde des Herren“. Dies geht auf den Wortursprung des Begriffs Dominikaner zurück. Dominikaner stammt von „Dominican (i) es“, (Domine = Herr, Canes = Hunde). Das Wappentier des Dominikanerordens zeigte einen Hund, der eine brennende Fackel im Maul trug. In mittelalterlichen Kirchen findet man darüber hinaus oft eine Grabskulptur in Form eines Hundes. Diese symbolisiert die Treue eines Ritters gegenüber seinem Lehnsherren, so wie der Hund die Treue des Mönchs zu seinem Herrn versinnbildlicht. Dominikanermönche und Hunde in der Eroberung von Mexiko? Keinesfalls ein historisches Ereignis, doch stellt der Hund auf der Dortmunder Opernbühne die Verbreitung des christlichen Glaubens in der neuen Welt der Mexikaner heraus.

3. Grausame Rituale

Tempel von Tenochtitlan © public domain

Die Oper startet mit der Vorbereitung einer Opferung der spanischen Gefangenen, die für das durch ihre Truppen in Mexiko verursachte Leid büßen sollen. Durchgeführt wird die Opferung hier durch den Oberpriester. Grausam, aber wahr: Die Azteken waren für ihre Menschenopfer weit bekannt. Man glaubte, dass man dem Fruchtbarkeitsgott Opfer bringen musste, um den Kreislauf des Jahres mit einer guten Ernte durch Menschenblut zu sichern. Vor allem Kriegsgefangenen blühte die Opferung. Da die Azteken in ihrem Glauben sehr häufig Opferungen durchführen mussten, zogen sie in Blumenkriege gegen ihre Nachbarvölker. Das waren Kriege, mit denen sie keine territorialen Eroberungen, sondern lediglich gefangene Soldaten erzielen wollten. Diese Opferungen wurde wie in der Oper Fernand Cortez in dem Tempel der Hauptstadt Tenochtitlan durchgeführt. Das Herz der Geopferten erhielt hierbei eine besondere Bedeutung. Es wurde herausgeschnitten und weihend der Sonne entgegen gehalten. Danach rollte man die Menschen die Stufen der Treppen hinab, bis sie auf der Vorterasse ankamen. Der Opferkult stand im Zentrum der aztekischen Religion und wurde groß zelebriert. Ebenso wie das Herausschneiden des Herzes, welches als Nahrung für die Götter zum Zeichen derer Unsterblichkeit galt, gehörte das Verspeisen der Opfer zu den Ritualen der Azteken.

4. Amazily und Malinche

Malinche und Hérnan Cortés © public domain

Amazily steht im Mittelpunkt des Geschehens. Dies verdeutlicht auf musikalischer Ebene nicht nur ihre durch zahlreiche ariose Abschnitte und vier Arien hervorgehobene Stellung (wohingegen Cortez keine einzige komplett alleinstehende Arie zum Besten gibt), sondern auch auf inhaltlicher Ebene ihre Bedeutung als Vermittlerin zwischen den Spaniern und Mexikanern. Die historische Vorlage der Amazily ist Malinche. Malinche hatte aufgrund ihres kulturell vielfältigen Lebens unterschiedliche Namen erhalten, wie Malintzin oder Malinalli von den Stämmen der Maya und Azteken sowie Marina als christlichen Namen der Spanier nach ihrer Taufe. Sie war die Tochter einer aztekischen Adelsfamilie, die als Sklavin an Hérnan Cortés verkauft wurde und später seine treue Begleiterin und Geliebte wurde. Das Schicksal, welches ihr widerfahren ist, war ebenso wie ihre Liebe zu einem Fremden in ihrer Heimat so bekannt, dass ihr Name einen noch heute gebräuchlichen Begriff prägte. Unter der Bezeichnung „Malinchismus“ versteht man eine Haltung, die das Fremde bevorzugt und dadurch die eigenen Werte ablehnt. Der Begriff ist dadurch negativ belastet. Dies entwickelte sich erst mit dem mexikanischen Nationalismus ab dem 19. Jahrhundert. Geprägt von der spanischen Eroberung wurde der Begriff zuvor noch für die Fähigkeit, zwischen verschiedenen Kulturen zu vermitteln, verwendet. Denn diese Fähigkeit zeichnete Malinche aus. Sie war eine hochintelligente junge Frau, die es schaffte, in sehr kurzer Zeit verschiedene Sprachen zu erlernen und so zwischen den Fronten zu vermitteln.

5. Die „Madonna von Melun“

„Madonna von Melun“ von Jean Fouquet (1452) © public domain

Die Kostümbildnerin Miriam Grimm ließ sich für das Kostüm der Amazily unter anderem von einem der berühmtesten Gemälde des französischen Hofmalers Jean Fouquet inspirieren. Im 15. Jahrhundert war er ein sehr einflussreicher Portraitmaler in Frankreich. Sein Gemälde der „Madonna von Melun“ zeigt eine junge Frau, die in zeitgenössischen Quellen wie Malinche als sehr intelligent beschrieben wurde. Es handelt sich vermutlich um Agnès Sorel, eine Mätresse des französischen Königs Karls VII. Ihr hellblaues Kleid, welches die blasse, weiße Haut hervortreten lässt sowie die Darstellung als christliches Bildnis verbinden sich mit Natürlichkeit und Erotik, dargestellt durch die entblößte kugelförmige Brust, die dem eher desinteressiert blickenden Christuskind entgegengehalten wird.

6. Spanier im Goldrausch

Goldbarren © public domain

Hérnan Cortés erhielt vom Aztekenkönig Moctezuma II. Gastgeschenke. Moctezuma II. übergab ihm Gold in der Hoffnung, die Spanier würden sich aus dem mexikanischen Gebiet zurückziehen. Doch diese Versuche schlugen fehl und ganz im Gegenteil nahm die Gier der Spanier nach dem kostbaren Element zu. Sie transportierten das Gold quer durch das heutige Panama bis an die Karibikküste und verschifften es von dort nach Spanien. Als Dank für den wertvollen Besitz löschten die Spanier fast das gesamte Aztekenvolk aus und raubten das Gold, um es einzuschmelzen und Barren daraus zu formen. Das spanische Volk wurde durch diesen Goldschatz zur damaligen Zeit zu einem der reichsten Länder Europas. Sie brachten jedoch nicht nur das funkelnde Edelmetall in ihre Heimat, sondern entdeckten durch die Eroberung und Besiedelung des Reichs der Azteken ebenfalls das „braune Gold“. Das „braune Gold“, die Schokolade, hatte dort einen hohen Stellenwert. Die Kakaobohnen dienten nämlich nicht nur als Genussmittel des Adels, sondern wurden auch als Zahlungsmittel eingesetzt. Die Spanier brachten die süße Spezialität nach Europa.

7. Hérnan Cortés als Vorbild für Napoleons Feldzüge

Kaiser Napoleon I. (Napoleon Bonaparte) © public domain)

Kaiser Napoleon I. war 1809 bei der Uraufführung von Fernand Cortez im Pariser Théatre de l’Academie Impériale nicht ohne Grund anwesend. Er selbst hatte die Oper in Auftrag gegeben, um damit einen Impuls zur propagandistischen Rechtfertigung seiner Spanienfeldzüge zu geben. Frankreich begann 1807 einen Feldzug gegen Spanien, mit dem die iberische Halbinsel besetzt werden sollte. Ganze sieben Jahre kämpften die Spanier letztendlich für ihre Unabhängigkeit und verbündeten sich mit Portugal und Großbritannien gegen den französischen Feldherren. Begeistert von seiner La vestale aus dem Jahr 1807 ließ Napoleon eine Oper bei Gaspare Spontini in Auftrag geben und nutzte die Opernbühne für seine propagandistischen Zwecke. Inhalt der Oper sollte der siegreiche Kriegszug des Konquistadors Hérnan Cortés sein, mit dem Napoleon verglichen werden wollte. Das musikalische Werk sollte die kriegerische Auseinandersetzung positiv erhöhen, so zumindest war Napoleons Vorstellung. Warum er sich gerade einen spanischen Offizier wie Hérnan Cortés aussuchte, wo er doch selbst in Spanien einfiel, scheint jedoch eher irritierend. Während bei Spontini die Spanier siegen und die Geschichte ein friedliches Ende findet, musste das französische Heer kapitulieren. Die Oper Fernand Cortez verschwand trotz großen europäischen Erfolgs zunehmend von den Spielplänen und ist bis heute nur selten zu hören.

8. Spontinis Bewunderer

Richard Wagner © public domain

Die Eroberung beherrscht auch den Orchesterklang, wenn Fernand Cortez im zweiten Akt seine Truppen mit den Worten „Suivez-moi, Castillans!“ dazu auffordert, ihm in den Kampf zu folgen und die Mexikaner zu besiegen. Gaspare Spontini komponierte kriegerisch klingende, heranbrausende Orchester- und Chorstellen, die die nachfolgende Komponistengeneration, allen voran Richard Wagner, nachhaltig beeinflusste. Obwohl Wagner und Spontini sich nur einmal persönlich begegnet waren, war Wagners Begeisterung für den italienischen Komponisten groß. Voller Bewunderung verfasste er in einem Nachruf an ihn die Zeilen: „Verneigen wir uns tief und ehrfurchtsvoll vor dem Grabe des Schöpfers der Vestalin, des Cortez und der Olympia“. Sowohl auf musikalischer Ebene als auch in der szenischen Darbietung kann man Spontinis Einfluss in Wagners Werken erkennen. Inspiriert von den dominanten Trompetenstimmen der Ouvertüre der Olimpie komponierte er die Musik zu Rienzi und der ebenfalls daraus stammende Siegesmarsch beeinflusste seine Schaffensphase des Parsifals. Die Chorgruppen der Matrosen des Fliegenden Holländers erinnern darüber hinaus an die rivalisierenden Chorgruppen der Mexikaner und Spanier aus Fernand Cortez.

9. Hausdebüt für französische Sopranistin

Melody Louledjian © Miguel Barreto

Die herausragende armenisch-französische Sopranistin Melody Louledjian gibt in Fernand Cortez oder Die Eroberung von Mexiko ihr Debüt an der Oper in Dortmund. Sie begeistert mit einem breiten klassischen und zeitgenössischen Repertoire auf internationalen Konzertbühnen wie der Pariser Philharmonie, dem Konzerthaus Berlin oder der Tonhalle Zürich und war in den Spielzeiten von 2017 bis 2019 als Solistin im Ensemble des Grand Théâtre in Genf engagiert. Nun ist sie in Dortmund in der anspruchsvollen Partie der Amazily zu erleben, deren Charakter auf Louledjian wie eine alte Seele wirkt, die zwischen Erinnerungen, Projektionen und Realität schwebt. Sie ist darauf gespannt, die facettenreiche und interessante Rolle der Amazily zu interpretieren, und obwohl es selbst für sie aufgrund der alten, verschachtelten Worte und der Raffinesse der metaphorischen Sprache des Librettos nicht immer ganz einfach war, die Rolle auswendig zu lernen, freut sie sich darauf, in ihrer Muttersprache zu singen.

10. Ein Heimspiel für den Tenor

Szenenbild Fernand Cortez oder Die Eroberung von Mexiko Mirko Roschkowski © Björn Hickmann

Der charismatische Tenor Mirko Roschkowski steht Melody Louledjian als Fernand Cortez zur Seite. Nach seinem Debüt mit der Partie des Masaniellos in Die Stumme von Portici (La muette de Portici) kehrt er nun mit der Titelpartie von Fernand Cortez auf die Dortmunder Opernbühne zurück. Er selbst hat eine große Affinität zum Klang der weichen, französischen Sprache und betrachtet das französische Fach als sein Steckenpferd. Die Titelpartien in Benvenuto Cellini und Gounods Faust sowie Hoffmann (Hoffmanns Erzählungen), Énée (Les Troyens), Don José (Carmen), Gerald (Lakmé) und Nicias (Thaïs) bilden hier sein Kernrepertoire. Da er selbst aus Dortmund stammt, freut er sich ganz besonders auf das Dortmunder Publikum.

Hinweis: Der Artikel wurde von Alina Bolz (Praktikantin Dramaturgie+ der Oper Dortmund) verfasst.

Titelbild: Björn Hickmann

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