Die wilden Kerle nähern sich – und sie haben einen seltsamen Koffer im Gepäck

Die wilden Kerle nähern sich – und sie haben einen seltsamen Koffer im Gepäck

Krach machen – das möchte Max. Und dafür wird er ohne Essen in sein Zimmer verbannt. Von dort aus gelangt er in die Welt der wilden Kerle, wo er nicht nur so viel Krach machen darf, wie er will, sondern er wird als „Oberkrachmacher“ auch zum König ernannt.

Bis Max die Dortmunder Opernbühne erobert, dauert es noch ein paar Monate. „Krach machen“ können Kindergartenkinder, Schülerinnen und Schüler aber schon vorher. Denn jede Gruppe, die eine Vorstellung der Kinderoper Wo die wilden Kerle wohnen besucht, kann auch von einer Theaterpädagogin darauf vorbereitet werden. Und die hat ein besonderes Gepäckstück dabei:

Der erste Eindruck: ein gewöhnlicher Koffer. Doch öffnet man ihn kommen allerhand seltsamer Gegenstände zum Vorschein – Blechdosen, Besteck, Gartenschläuche. Was aussieht wie ein ziemlich eigenartiger Einkauf im Baumarkt, ist etwas ganz Besonderes: mit jedem Gegenstand in diesem Koffer kann man einen besonderen Klang erzeugen, ihn also als Instrument benutzen. Die Blechdosen lassen es donnern, das Besteck erinnert an eine Glocke und der Gartenschlauch kann wie ein Horn gespielt werden. Über 30 solcher außergewöhnlicher Instrumente kommen beim Auspacken des Koffers nach und nach zum Vorschein.

Die Idee dazu hatte Stefan Roszak. Der gelernte Klavier- und Cembalobauer, Musikwissenschaftler und Schulmusiker hat sich auf den Bau experimenteller Musikinstrumente spezialisiert und gibt Workshops an Schulen, Theatern oder anderen Kultur- und Bildungsinstitutionen. Bei der Zusammenstellung des Koffers müssen bestimmte Faktoren berücksichtigt werden: Material, Dicke, Größe bzw. Länge usw. Der Koffer enthält Beispielsweise Tonscherben, aber einfach einen Tontopf zerschlagen reicht nicht. Manche Scherben klingen, andere tun es nicht. Und auch das Besteck kann man nicht ohne Vorüberlegungen aus dem Besteckkasten der eigenen Küche nehmen. Hier ist das Material entscheidend, Silber klingt beispielsweise besonders gut. Legt man Scherben und Besteck auf den Boden und bespielt sie, kommt nichts als ein dumpfes Klirren. Auch der Untergrund muss mitspielen. Hier hilft ein bestimmtes Dämmmaterial, das man unter die Instrumente legt.

Ausgestattet mit diesem Instrumentarium könnte man natürlich einfach nur Krach machen. Aber das könnte man auch mit Blecheimern und Holzstöcken. Der Koffer bietet hingegen die Möglichkeit, unterschiedliche Klänge zu kreieren. Ordnet man diese Klänge ein wenig, kann man in kurzer Zeit eine eigene kleine Komposition zusammenstellen. Und das ganz ohne Vorerfahrung.

Wer mit seiner Klasse oder Kindergartengruppe zu den wilden Kerlen kommt, kann die Kinder also selbst in die Rolle des Komponisten schlüpfen lassen und einen einen kurzen Abschnitt der Geschichte musikalisch umsetzen. Und wer weiß, vielleicht finden sich ja Gemeinsamkeiten zwischen der eigenen Komposition und der Produktion, die die Profis auf der großen Bühne des Opernhauses aufführen.

Die Premiere von Wo die wilden Kerle wohnen findet am Sonntag, den 16. Juni 2019, um 16 Uhr statt. Weitere Termine sind:

Montag, 17.06.19       11 Uhr

Dienstag, 18.06.19     11 Uhr

Sonntag, 23.06.19      15 Uhr

Mittwoch, 26.06.19    11 Uhr

Donnerstag, 27.06.19 11 Uhr

Wer Interesse an einem vorbereitenden Workshop hat, kann sich an die Theaterpädagogin Heike Buderus wenden und eine E-Mail schreiben an hbuderus@theaterdo.de

Titelbild: Hans-Jörg Michel

Weitere Fotos: Matthias Keller

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