Von Mash-ups, Smartphones und Video Walks

Von Mash-ups, Smartphones und Video Walks

Die 5. Konferenz für Theater-, Konzert-, Tanz- und MusikpädagogInnen des Deutschen Bühnenvereins Landesverband Mitte

Das Institut im Dortmunder Schauspielhaus ist voll besetzt. Auf eine Leinwand projiziert ein Beamer die Worte „Postdigitales Theater“. Darunter ist eine junge Schauspielerin zu sehen, die auf einer Bühne vor einer Live-Videoprojektion steht und den Kopf Richtung Himmel streckt. Alexander Kerlin (Dramaturgie Schauspiel Dortmund) sitzt entspannt vor der Leinwand und erzählt von den Auswirkungen, die digitale Technik auf die Narrative eines Theaterabends hat. Es ist ein Nachmittag am 14. Februar, der erste Tag der 5. Konferenz für Theater-, Konzert-, Tanz- und MusikpädagogInnen, ausgetragen vom Deutschen Bühnenverein Landesverband Mitte. Die Konferenz steht unter der Leitfrage „Wie kann, muss und wird sich theaterpädagogische Arbeit durch Digitalisierung verändern?“ Dazu fanden am 14. und 15. Februar vielfältige Impulsvorträge, Workshops und Diskussionen statt. In welcher Form können Smartphones kreativ eingesetzt werden? Welche Möglichkeiten bietet die Videokunst ein Thema visuell zu gestalten? Und welche neuen Formen der Narrative ermöglichen sich durch den Einsatz technischer Medien?

5. Konferenz für Theater-Konzert- Tanz und Musikpädagogen, 14.-15.02.2019 in Dortmund
© Bettina Fürst- Fastré

Hierzu führt beispielsweise Mario Simon (Videoabteilung Schauspielhaus Dortmund) in seinem Vortrag aus, wie man mit Smartphonekameras, freewares wie „Davinci Resolve“ und „Gimp“ oderlizenzfreie Videos (creative commons) auf der Bühne mit Medien arbeiten kann. Denn um Digitalität in die theaterpädagogische Praxis zu integrieren braucht es nicht nur kreative Ideen, sondern auch die richtige Soft- und Hardware und vor allem das nötige Know-how.

Inspirationen zum künstlerischen Einsatz von digitalen Medien liefern Emese Bodolay (Performance Kollektiv Anna Kpok), Lisa Heigl und Erika Schmidt-Sulaimon (Theaterpädagoginnen Kinder- und Jugendtheater Dortmund). In ihren Workshops geht es um Video Walks, Narrative im digitalen Zeitalter, Avatare und Video-Games.

Austausch mit KollegInnen © Jeremy Heiß

All das ist spannend, aber wie kann man das in theaterpädagogische Arbeit integrieren? Darum drehen sich die Diskussionen in und zwischen den Programmpunkten. Beispielsweise bietet sich am letzten Konferenztag Zeit, um innerhalb der jeweiligen Sparten ins Gespräch zu kommen und die konkrete Anwendung digitaler Medien im Hinblick auf die Besonderheiten der einzelnen Sparten zu thematisieren. Darüber hinaus wird der Austausch durch den Formatepool angeregt. Hier stellen 14 Häuser ausgewählte pädagogische Formate vor, die in Kleingruppen diskutiert und gedanklich fortgesponnen werden.

Lagebesprechung  © Jeremy Heiß

Um weiterführende Möglichkeiten im Umgang mit digitalen Medien im kulturpädagogischen Kontext  kennenzulernen, besuchen alle Konferenzteilnehmenden außerdem die UZWEI, die Abteilung „Kulturelle Bildung“ im Dortmunder U. Dort finden nachmittags Angebote statt, bei denen Kinder und Jugendliche sich unter Anleitung von Profis und mit professionellem Equipment in Fotografie, Video- oder Hörspielproduktion ausprobieren können.

Formatepool  © Jeremy Heiß

Abgerundet wird das umfangreiche Programm durch Endprobenbesuche bei den Schauspielproduktionen Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte (Autorinnen: Anna Basener u. Gerburg Jahnke, Regie: Gerburg Jahnke) und Hedda Gabler (Autor: Henrik Ibsen, Regie: Jan Friedrich). Mit vielen Inspirationen und Know-how im Gepäck heißt es dann am Freitagabend für die PädagogInnen auf zu den jeweiligen Häusern, und vor allem auch auf zu neuen digitalen Ufern.

Titelbild: Vortrag „Theater und Digitalität“ von Alexander Kerlin © Jeremy Heiß

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