OPER DORTMUND IS BACK

OPER DORTMUND IS BACK

Sechs herrliche Wochen Sommerpause liegen hinter uns, in denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Oper Dortmund faul in der Sonne lagen, fleißig gesportelt sind, längst fällige Heimwerkerarbeiten erledigt haben oder gar auf anderen Bühnen „fremdgegangen“ sind. Am Montag hat nun mit einem geselligen Auftakt die neue Spielzeit 2019/20 begonnen und eigentlich fühlt es sich an, als wären wir nie fort gewesen.

Das mag vermutlich auch daran liegen, dass es am Theater immer so richtig schön Knall auf Fall beginnt, denn wir können entweder ganz, oder gar nicht. Darum laufen jetzt schon die Proben für gleich mehrere Produktionen, damit unser Publikum nicht mehr lange auf die ersten Vorstellungen warten muss. Diese Proben befinden sich jedoch in ganz unterschiedlichen Stadien: Während die erste Premiere der neuen Spielzeit, Madama Butterfly von Giacomo Puccini, bereits vor der Spielzeitpause mit den Proben begonnen hat und sich nun langsam aber sicher der Zielgerade nähert, hatte Jekyll & Hyde von Frank Wildhorn und Leslie Bricusse erst am 27. August sein Konzeptionsgespräch und den damit verbundenen Probenstart. Doch was heißt das genau?

Madama Butterfly

Während die anderen Kolleginnen und Kollegen wieder ihre Büros bezogen, haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bühnentechnik in den ersten beiden Tagen der Spielzeit die TE, also die Technische Einrichtung, von Madama Butterfly vorgenommen. Das bedeutet, dass das Bühnenbild auf der Bühne aufgebaut wird und sämtliche technischen Anforderungen einprogrammiert werden. Danach ist alles dafür bereit, dass das Produktionsteam rund um Dirigent Gabriel Feltz und Regisseur Tomo Sugao seine Proben endlich von der Probebühne auf die Bühne verlegen und so unter originalen Bedingungen proben kann. Wer in der letzten Spielzeit unsere Turandot gesehen hat, kennt bereits Frank Philipp Schlößmann – er hat sich auch in diesem Jahr die Ausstattung für Madama Butterfly ausgedacht – und weiß, wie kunstvoll und spielerisch dies vermutlich werden wird. Auf der Bühne stehen ebenfalls zwei herausragende Künstler, deren Ausnahmestimmen bereits in Turandot zu erleben waren: Sae-Kyung Rim in der Titelpartie sowie Andrea Shin als Benjamin F. Pinkerton.


© Mechthild Seipel

Die Zielgerade schließlich wird nicht nur von der Matinee eingeleitet, die am 1. September um 11.15 Uhr stattfindet, sondern vor allem auch von der HPK, der Hauptprobe Klavier. In dieser geschlossenen und für das ganze Haus immer sehr spannenden Probe werden erstmals alle szenischen und technischen Teile zusammengesetzt: Inszenierung, Bühnenbild und technische Abläufe, Kostüme, Maske und Licht. Begleitet wird diese Probe allerdings „nur“ von einem Pianisten, der sich dabei jedoch nicht selten die Finger wund spielen darf. Immerhin muss er das ganze Orchester ersetzen, das erst ein paar Tage später bei der HPO, also der Hauptprobe Orchester, dazu stößt. Wenn dieser Punkt erreicht ist, ist fast alles geschafft: Dann muss nur noch die Generalprobe erfolgreich gemeistert werden und einer umjubelten Premiere steht nichts mehr im Wege! Wer sich von dem Ergebnis bei Madama Butterfly überzeugen möchte, kann dies ab dem 15. September tun.

Jekyll & Hyde

Musicalstar David Jakobs übernimmt die Hauptrollen in Jekyll & Hyde
© Robert Brembeck

Dirigent Philipp Armbruster, Regisseur Gil Mehmert und die Künstlerinnen und Künstler der Musicalproduktion Jekyll & Hyde müssen nun erst einmal mehrere Wochen proben, bis sie an diesen Punkt gelangen. Beim Konzeptionsgespräch am 27. August, zu dem alle Mitwirkenden erstmals angereist und zusammengekommen sind, hat das Team (vervollständigt von Bühnenbildner Jens Kilian, Kostümbildner Falk Bauer und Choreograf Simon Eichenberger) sein Konzept für die Inszenierung präsentiert. Was sie dabei verraten haben, klingt schon ziemlich spannend: Die Geschichte spielt in demselben Jahrhundert wie die Romanvorlage von Robert Louis Stevenson, nämlich in der gleichermaßen düsteren wie prunkvollen Viktorianischen Zeit in London. Das Bühnenbild verspricht sensationell zu werden, denn auf der Drehbühne liegend kann es sich zu jeder Szene in den passenden Raum verwandeln, seien es die Straßen von London, die zwielichtige Bar von Spider oder auch das reich bestückte Labor von Dr. Jekyll. Die große Aufgabe, gleich zwei Hauptrollen zu interpretieren, obliegt dem Musicalstar David Jakobs, der mit großem Erfolg u. a. die Titelrolle Quasimodo im Disney-Musical Der Glöckner von Notre Dame am Stage Theater des Westens Berlin, am Deutschen Theater München sowie in Stuttgart verkörperte. Packend ist Jekyll & Hyde vor allem deswegen, weil sich die Figuren alle auf einem schmalen Grat zwischen Gut und Böse bewegen und man unweigerlich mit ihnen mitfiebert: Können sie der Versuchung widerstehen, oder rutschen sie ab ins Verderben?

Neben diesen beiden großen Produktionen hält die Oper Dortmund aber auch noch die eine oder andere Überraschung für Sie bereit, von der wir Ihnen jedoch in einem der nächsten Artikel berichten werden. Wir freuen uns darauf, Sie schon bald in unserem Opernhaus begrüßen zu dürfen und wünschen Ihnen eine schöne neue Spielzeit!

Titelbild/Figurine © Mechthild Seipel

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