10 Dinge, die Sie über Dante wissen sollten

10 Dinge, die Sie über Dante wissen sollten

Xin Peng Wangs dreiteiliger Tanzabend „Die göttliche Komödie“ basiert auf einem Epos des italienischen Renaissance-Dichters Dante Alighieri. Nach dem ersten Teil, Inferno, hat am 2. November der zweite Teil, Purgatorio, Premiere.

Ballettdirektor Theater Dortmund Xin Peng Wang © Maria-Helena Buckley

Die Person

Kein brasilianischer Fußballspieler, der bei der WM in Brasilien 2014 beim 1:7 Debakel gegen die deutsche Nationalmannschaft sein Inferno erlebte. Der Dante, den wir meinen, war Dichter und Politiker im Italien der Renaissance.

Sein Geburtshaus

Steht in Florenz. Es ist ein Nachbau, der nichts mehr mit dem Originalhaus gemeinsam hat. Auch der Standort ist nur ungefähr nach den alten Stadtplänen aus dem 13. Jahrhundert ermittelt. Dass der berühmte italienische Dichter im Mai oder Juni 1265 zur Welt kam, ist nicht belegt, sondern aus einer einzigen Textstelle seines berühmten Epos „Die göttliche Komödie“ errechnet. Das Werk benennt das Datum seiner Handlung: Karwoche 1300. Und das ungefähre Alter seines Autors: „Mitte meines Lebens“.

Seine Herkunft

Sein Taufname war eigentlich Durante. Die Florentiner Mundart verkürzte ihn zu Dante. Einer seiner Ahnen war der für die Stadtgeschichte so bedeutende Cacciaguida, ein Held des Zweiten Kreuzzuges. Von diesem Vorfahren leitet sich auch der Adelsstand Dantes ab, obwohl seine Familie wirtschaftlich eher zur kaufmännischen Mittelschicht gehörte. Sein Vater war Geldverleiher.

Seine Ausbildung

Im Zeichen der Renaissance genoss Dante eine umfassende Ausbildung in allen Wissensgebieten seiner Zeit, vor allem in der Philosophie und Theologie, jedoch auch in der Dichtkunst, die damals als Wissenschaft angesehen wurde.

Seine große Liebe

Die ein Jahr jüngere Kaufmannstochter Beatrice (Bice) Portinari. Eine Heirat zwischen den beiden war nicht vorgesehen. Das Mädchen war schon, wie damals üblich, in der Wiege einem anderen versprochen. Mit 20 heiratete sie den Ritter Simone dei Bardi. Die Überschreibungsurkunde ihrer Mitgift und der Grabstein, der der wenig später an der Pest Verstorbenen gesetzt wurde, sind die einzigen Indizien für die reale Existenz von Dantes „unsterblicher Geliebten“. Er selbst setzte ihr nach ihrem Tod ein erstes literarisches Denkmal: „Vita nuova“ (Das neue Leben) beschreibt seine Liebe zu Beatrice.

Sein Aufstieg

Mit 30 Jahren wird er Mitglied des Stadtrats. In dieser Zeit tobt in Italien ein Machtkampf. Die einen wollen das Land unter der Herrschaft des römischen Kaisers deutscher Nation wissen, die anderen den Papst zu Rom als Landesoberhaupt. Dante ist um die Autonomie seiner Stadt bemüht.

Seine Flucht

Da er zwischen den Streitparteien Ausgleich schaffen möchte,  gerät er zwischen alle Fronten. Über Nacht wird Dante der Stadt ohne Aussicht auf Begnadigung und Rückkehr verwiesen, sein Besitz konfisziert. Freunde können aber ein Manuskript retten, an dem er gerade arbeitete, und bewahren es für ihn auf. Dante ist mit 35 Jahren vogelfrei. Das bedeutet, dass jeder, den es danach gelüstete, ihn erschlagen konnte.

Sein Alter

Sein letzter und längerer Zufluchtsort war Ravenna, wo er am 14. September 1323 starb. Damals war er ein berühmter Mann. Der erste Teil seiner „Komödie“ war bereits in Umlauf, und hinter dem Rücken des Alten flüsterten die Leute: „Das ist der Mann, der durch die Hölle gegangen ist…“

Seine Sprache

Wie alle Gelehrten der damaligen Zeit schrieb Dante seine Werke auf Latein. Nur „Die göttliche Komödie“ verfasste er in der damals als „vulgär“ empfundenen Sprache des einfachen Volkes: auf Italienisch. Dante ging von der Florentiner Hochsprache aus, die aber nicht über genügend Worte verfügte, um all die Bilder auszudrücken, die Dante in seiner Jenseits-Schilderung heraufbeschwor. So „erfand“ er kurzerhand etwa 600 Worte, indem er sie entweder aus dem Lateinischen oder aus mundartlichen Redeweisen ableitete. Der Wortschatz der „Göttlichen Komödie“ ist der Grundstock der modernen italienischen Sprache.

Sein Grabmal

Ravenna. Es ist nicht allzu prunkvoll, doch auch nicht bescheiden. Dort ruhten Dantes Gebeine friedlich, bis sein Hauptwerk, die „Göttliche Komödie“, mehr und mehr an Popularität gewann. Da besannen sich die Florentiner, dass der berühmte Dichter eigentlich Sohn ihrer Stadt war, und forderten von Ravenna die sterblichen Überreste. Doch man verweigerte die Herausgabe, und so blieb Florenz nichts, als dem „großen Sohn der Stadt“ ein Scheingrabmal zu errichten.

Termine Purgatorio

https://www.theaterdo.de/detail/event/20618/

Titelbild/Szenenbild Inferno: © Maria-Helena Buckley

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